Bild von einem Mann und einer Frau die sich gegenüberstehen. Zwischen ihnen ein Sparschwein mit Schnuller im Mund.

12. März 2026 | Wissen

Kinderbetreuungskosten bei getrennten Eltern: Was steuerlich jetzt gilt

Die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ist für viele Familien ein wichtiger Hebel zur Entlastung. Doch gerade bei getrennten Eltern wird es komplex. Aktuelle Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) bringen Klarheit – allerdings nicht unbedingt zugunsten der Steuerpflichtigen.

Grundsatz: Wann sind Kinderbetreuungskosten absetzbar?

Grundsätzlich können Eltern Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben geltend machen. Voraussetzung ist unter anderem, dass:

  • das Kind zum eigenen Haushalt gehört,
  • es unter 14 Jahre alt ist,
  • eine Rechnung vorliegt und die Zahlung unbar erfolgt.

Sind diese Bedingungen erfüllt, können 2/3 der Kosten – maximal 4.000 Euro pro Jahr und Kind – steuerlich berücksichtigt werden.  

Bei Trennung: Wer kann die Kosten berücksichtigen?

Leben Eltern getrennt, stellt sich häufig die Frage, wie mit den Betreuungskosten umzugehen ist – insbesondere dann, wenn sich beide Elternteile daran beteiligen.

Der BFH hat hierzu klargestellt: Maßgeblich ist die sogenannte Haushaltszugehörigkeit. Das bedeutet, dass der steuerliche Abzug grundsätzlich dem Elternteil zusteht, bei dem das Kind hauptsächlich lebt.  

Auch wenn sich beide Eltern finanziell einbringen, bleibt diese Regelung bestehen. Der BFH hat zwar Zweifel an einzelnen Aspekten der gesetzlichen Grundlage erkennen lassen, hält sie aber weiterhin für anwendbar.

Wechselmodell: Abstimmung im Fokus

Im sogenannten paritätischen Wechselmodell, bei dem das Kind in beiden Haushalten lebt, kommt es stärker auf die Abstimmung zwischen den Eltern an. Idealerweise wird gemeinsam festgelegt, wer entsprechende steuerliche Positionen berücksichtigt. Gibt es keine Einigung, orientiert sich die Zuordnung häufig am Kindergeldbezug.

Fazit: Klarheit schafft Sicherheit

Gerade in herausfordernden Lebenssituationen wie einer Trennung sollte der Fokus nicht auf steuerlichen Aspekten liegen, sondern auf stabilen und verlässlichen Rahmenbedingungen für alle Beteiligten. Umso wichtiger ist es, die geltenden Regelungen zu kennen, um Unsicherheiten zu vermeiden und transparente Lösungen zu schaffen.

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